Der Lockdown wirkt wie ein Brandbeschleuniger

Die Auswirkungen des Lockdowns auf den Umsatz im stationären Handel und somit auch auf die Shoppingcenter waren absehbar.

Beeinflusst von der Schliessung der meisten Geschäfte zwischen dem 16. März und dem 11. Mai 2020 sanken die Detailhandelsumsätze im April gemäss dem Bundesamt für Statistik gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 20 %. Dabei traf es den Nicht-Nahrungsmittelsektor mit einem Minus von ca. 41 % besonders stark.

Noch bis Ende März 2020 lagen die Umsätze kumuliert für Food / Near-Food bei einem Plus von 9.1 % und Non-Food bei Minus 8.6 %

Welche Märkte dennoch zu den Top-Performern gehören, lesen Sie im neusten Retail Market Insight vom Juni 2020. Hier weiterlesen


Der Strukturwandel im Detailhandel wird sich fortsetzen – jedoch schneller und stärker

Nebst den kurzfristigen Umsatzverlusten im stationären Handel, wird sich eine Entwicklung fortsetzen, die schon vor dem Lockdown beobachtet werden konnte. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nur schneller und stärker:                                                                                                                        

·      Umsatzrückgang im stationären Handel

·      Umsatzzuwachs im Online-Handel

·      Sinkende Nachfrage nach Ladenflächen

·      Zunahme an Geschäftsaufgaben und Ladenschliessungen

·      Vermehrt Leerstände in Innenstädten und Shoppingcentern

Die Resultate aus der aktuellen Expertenstudie lesen Sie im Swiss Council Marktreport 2020. Hier bestellen


Mindestmieten unter Druck

Es gibt eine alte Regel in der Handelsimmobilienbranche, und die heisst: „Miete kommt aus Umsatz“. 

Aber gerade während der Zeit des Lockdowns, der damit verbundenen Ladenschliessungen und den entsprechenden Umsatzausfällen war zu beobachten, dass diese Formel nur bedingt Gültigkeit hat.

Nun war die Miete aufgrund der Umsatzrückgänge in den letzten Jahren schon ohne Lockdown ein grosses Thema. Und es muss davon ausgegangen werden, dass sich die Diskussionen um Umsatz- und Mindestmieten im stationären Handel und in der Gastronomie nicht nur fortsetzen, sondern verstärken werden. Die gegenseitige Abhängigkeit muss hier automatisch auch zu einem gemeinsamen Verständnis und einer gemeinsamen, partnerschaftlichen und fairen Lösung führen. Es ist das Ziel aller Parteien: Leerstand verhindern.

Mehr zu diesem Thema hier lesen


Schutzkonzepte und Hygienemassnahmen sind eine Betriebsbasis aber keine Erfolgsgarantie

Es war beeindruckend zu beobachten, mit welchem Engagement und welcher Geschwindigkeit sich Geschäfte, Restaurants und Shoppingcenter auf den Restart vorbreitet haben. Die Schutz- und Hygienekonzepte für die langersehnte Wiedereröffnung wurden in kürzester Zeit vorbildlich entwickelt und beispielhaft umgesetzt.

Viele Geschäfte und Center durften in den ersten Wochen einen regelrechten Ansturm verzeichnen, für etliche wurden die Erwartungen sogar übertroffen.

Nun handelt es sich aber während der Zeit des Restarts genauso wie während der Zeit des Lockdowns um eine Ausnahmephase. Die Menschen hatten einen Nachholbedarf, und gewisse Branchen profitierten von einer kurzfristigen Nachfrage.

Langfristig betrachtet müssen sich der Handel, aber vor allem auch die Shoppingcenter aufgrund des Strukturwandels dringend weiterentwickeln.

Wir bewegen uns von reinen Shoppingcentern weg, hin zu Shopping Places, und die benötigen vor allem Anziehungskraft und Aufenthaltsqualität.

Weitere Informationen und viele Experteninterviews hierzu finden Sie auch im Swiss Council Marktreport 2020.




Das Team von stoffelzurich ist darauf spezialisiert, erfolgreiche Strategien und Konzepte für Shoppingcenter und Retail Destinationen zu entwickeln und seine Kunden bei der entsprechenden Umsetzung zu unterstützen. Unsere Dienstleistungen finden Sie hier

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 © Marcel Stoffel, 04.06.2020